Vegan fail (^_^)

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Das war wohl nix!
Da denk ich mir „Jetzt ein kaltes Getränk!“, nachdem ich etwas hektisch von Bahn zu Bahn gehetzt war. Ein Euro Kleingeld, das reicht!
Der Automat am Bahnsteig bietet mir eine kleine Auswahl an Dosen, ich entscheide mich für eine Kräuterlimo mit einem lustigen schweizer Bergseppl drauf! „Wird schon harmlos sein.“
Haha, ja! Von wegen! :-D

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Vegane Tapas

wpid-1402999793821.jpgMeine Mutter ist ja wirklich süß!
Seit ich mich vegan ernähre, sagt sie, sei sie selbst irgendwie ganz angefixt von frischen Sachen und Selbermachen, und kürzlich sagte sie: „Ich finde immer mal wieder tolle Sachen zum Thema und würde am liebsten jedesmal gleich bei Dir anrufen.“ <3
Am Freitag fischte ich dann einen großen Umschlag aus meinem Briefkasten, darin eine kleine Karte und ein Heft voller Tapas-Rezepte. Auf dem Cover ein Vermerk, der auf diverse vegane Tapasrezepte hinweist.
Ich habe mich natürlich sehr gefreut (nicht zuletzt, weil es mir viel bedeutet, dass meine Mutter mich unterstützt und keine Sekunde für diese Entscheidung kritisiert hat), aber ich muss auch sagen, wpid-1402999690696.jpgdass ich ein wenig skeptisch war, was das tatsächliche Ausmaß der veganen Vielfalt in diesem Magazin anging. Denn bekanntermaßen ist „Vegansein“ im Moment schwer angesagt, und natürlich ist es einfach, zu behaupten, man habe extra vegan gekocht, wenn man dann eine Gemüsepfanne und Salzkartoffeln auftischt. Also habe ich mal vorsichtig ein kleines „Special“ mit einer Hand voll veganer Rezepte erwartet.
Aber meine Mutter wäre nicht meine Mutter, wenn sie dieses Heft nicht vorher angeschaut und für gut befunden hätte!

wpid-1402999442453.jpgAls ich also später durch die bebilderten Seiten zu blättern begann, war das Erste, was mir auffiel, die Einleitung des Rezepteteils durch gleich zwei vegane Zubereitungsarten des (von mir sehr geliebten) Klassikers Aioli.
Und auch der Rest des Magazins hielt eine freudige Überraschung nach der anderen bereit, denn es beinhaltet nicht nur eine außerordentlich große Zahl veganer Rezepte, sondern weist jedes entsprechende Gericht auf den ersten Blick als „Vegetarisch“ oder „Vegan“ aus. Viele Speisen, wie zum Beispiel kleine gefüllte Teigtaschen, gab es gleich in mehreren Varianten (für Veganer die Empanadillas con champiñones), Tofu kam ins Spiel (zum Beispiel als Albóndigas de tofu), aber auch etliche Rezepte, die ohnehin tierfrei sind (wie die Patatas bravas).

wpid-1402999621393.jpgWir entschlossen uns also, einige der kleinen spanischen Köstlichkeiten zuzubereiten, und das hat sich wirklich gelohnt!
Und so gab es am Sonntag Kartoffelspießchen mit scharfer Sauce, Champignonsalat mit Chilis, selbst eingelegte Oliven und Tofubällchen, und dazu eine quietschorange Aioli aus gekochten Karotten als Grundlage, Knoblauch und einem Schuss Olivenöl. Lecker!
Danke, Mama :-)

Das erste Mal Veganz in Frankfurt

Trotz drückender Hitze entschloss ich mich vorgestern nach Feierabend spontan, mit der Straßenbahn nach Bornheim zu fahren und dem Veganz dort endlich mal meinen ersten Besuch abzustatten.
Da mir jeglicher Orientierungssinn fehlt, lief ich zunächst in die falsche Richtung und kam an denn’s Biomarkt vorbei – also schnell ein Abstecher!
Zunächst warf ich einige Blicke in die Regale, schaute mir die Preise an und ging dann, mit einer Tofusnackwurst und einem Saft in Händen, in die Spessartstraße 2, wo das Veganz gut sichtbar an der Ecke hinter einer Wurstbude steht.
Nachdem ich im Fernsehen Bilder einer der Berliner Filialen gesehen hatte, war ich überrascht, wie klein dieser Laden tatsächlich war (aber vielleicht wirkte es im Fernsehen auch anders). Und dennoch von oben bis unten vollgestopft mit veganen Lebensmitteln und anderen Produkten!
Klasse war gleich am Anfang die „Zapfanlage“ für Nüsse und Müsli, und nicht einmal teuer! Eine kleine Eistheke, eine kleine Gemüseabteilung, und dann zwei große Kühlregale voller Tofu, Käseersatzsorten und Co. Natürlich Mehl und Mus, Getreide, Kerne, Fertiggerichte, Gewürze, und in der linken Ecke Kosmetika.
Alles in allem gibt es im Veganz wirklich alles, was man so braucht, auch wenn mir aufgefallen ist, dass die Preise teilweise etwas höher waren als im denn’s (ca. 30 Cent beim Seidentofu von Taifun, beispielsweise). Aber ich muss auch sagen: Einfach in einen Laden zu stiefeln und ausnahmslos alles greifen zu können, ist wirklich ein luxuriöses Gefühl. Denn das Studieren der Zutatenliste geht einem ja wirklich schnell in Blut und Fleisch über! Und vermutlich unterstützt man mit dem kleinen Aufpreis auch irgendwie das Konzept.
Das einzige, das ich auf die Kontra-Liste schreiben würde, wenn ich eine angelegt hätte: Die Verkäuferinnen wirkten recht unprofessionell. Die zwei jungen Damen, die da waren, standen die meiste Zeit, die ich im Laden verbrachte, zusammen und quatschten. Zwischenzeitlich kam ein Kunde und sagte, er bräuche jemanden an der Kasse – das war den beiden wohl entgangen. Mir wiederum konnte nicht entgehen, dass die eine kürzlich ein Date gehabt hatte, aus dem sich jedoch nicht mehr entwickelt hatte.
Aber ich möchte die beiden nicht zu schlecht dastehen lassen. Denn als ich eine Frage hatte, wurde mir das gesuchte Produkt sofort freundlich und zielgenau gezeigt.

Ich ziehe also das Fazit, dass dieser Laden auf jeden Fall ein Good-to-have ist. Gerade bei spezielleren Sachen wie veganem Frischkäse finde ich es manchmal schwierig, überhaupt was zu finden, und da ist ein rein veganer Supermarkt natürlich prima. Und wie gesagt; mal für eine Einkaufstour die Etiketten vergessen zu können (wenn man nicht gerade eine Unverträglichkeit hat), ist wirklich was wert!

Auf dem Weg nach draußen konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen, trotz der hohen Temperaturen einen Snickers-Muffin im angeschlossenen Wondergood Bistro zu kaufen.
Wirklich großartig :-) Und mit zwei Euro preislich auch eine Wiederholung wert!20140610_185515

Ohnmacht

Jetzt ist gerade so ein Moment, in dem ich mich komplett hilflos fühle.
Ich versuche, mich so gut wie möglich zu informieren, doch jedes Mal, wenn ich Dokus zum Thema Massentierhaltung anschaue oder etwas darüber lese, überkommt mich dieses Gefühl, nichts bewirken zu können, und dass sich niemals etwas ändern wird.

Zwar fühle ich mich von meinem Umfeld zwar unterstützt und empfinde, dass sie meine Entscheidung, vegan zu leben, akzeptieren. So hat meine Schwägerin sehr akribisch drauf geachtet hat, dass genügend vegane Tellerchen auf ihrem italienischen Geburtstagsbuffet stehen und hat sich mehrfach erkundigt, ob ich auch satt werden würde. Oder mein Freund, der sich geduldig jedes neue Rezept anhört und mit mir ausprobiert, und häufig sicherstellt, dass ich nicht das Gefühl habe, er würde mir etwas „voressen“. Meine Schwester, die meinen Blog, trotz anfänglicher Skepsis, verfolgt und kommentiert. Meine Mutter, die sich gerne jede Idee anhört und offen mit mir darüber diskutiert. Oder meine Schwiegermutter, die viele Fragen stellt und sich gerne alles erklären lässt.

Und dennoch; erst am Sonntag wurde meine Antwort, ich mache das aus ethischen Gründen, mit verständnislosen Schweigen bedacht, und ich musste jemandem erklären, dass der Verzehr vor zerquetschen Läusen keineswegs vegan sei. Ständig hört man: „Das könnte ich ja nie.“ – dabei hat es niemals jemand versucht.
Aus allen Richtungen wird gewarnt: vor Cholesterin, vor Umweltvergiftung, vor Medikamenten, vor der Ausbeutung hilfloser Kleinbauern in Entwicklungsländern, vor nitratverseuchtem Grundwasser. Deutschland ist bei Europas Fleischproduktion ganz oben mit dabei. Geflügelmastbetriebe, in denen das Schlachthuhn keine zwei Monate lebt, schieben Pro­phy­la­xe vor, um das Wachstum Tiere mit Antibiotika zu dopen. Unsachgemäße Schlachtungen, die großes Leid verursachen, sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Niemand hat den Schäden, die die Massentierhaltung anrichtet, auch nur ein schlüssiges Argument entgegenzusetzen, doch die meisten Menschen wollen die Wahrheit auch gar nicht so genau wissen. :-(
Man kann es ihnen ja nicht einmal verübeln, denn wo wäre die Menscheit heute, wenn sie nicht im Stande wäre, ein großes Maß an Grauen zu verdrängen und damit zu leben?
Ich habe es ja so viele Jahre selbst nicht anders gemacht.
Aber jetzt, wo ich mich damit beschäftige, lässt es mich in manchen Moment einfach verzweifeln. Menschen verhungern, weil wir die Millionen Nutztiere mit billigem Soja füttern wollen. Die Meere werden zerstört, weil sogenannte nachhaltige Fischerei Dutzende Tierarten als „Beifang“ tötet und den Lebensraum der Lebewesen mit ihren Netzen zerstört. Hühner, Schweine, Rinder, fristen ihr trauriges Dasein in riesigen Hallen, einzig und allein, um von uns gegessen zu werden.
Das ist einfach so schlimm.

Immer wieder höre ich, „vegan ist in“.
Wenn es jemals einen wünschenswerten Trend gab, dann ist es dieser.

Was wäre der Sommer ohne Erfrischungen?

Seit ich mir letzte Woche einen kleinen Moulinex-Standmixer zugelegt habe, fließen bei mir die Smoothies im Strömen!
Am liebsten trinke ich rote mit ein bisschen Banane und einem Schuss Sojamilch, doch als unschlagbarer Favorit herauskristallisiert hat sich ausgerechnet: rosa!

3 Hände voll grob gestückelte Wassermelone
1 kleine reife Banane
70 ml ungesüßte Sojamilch
Alles frisch aus dem Kühlschrank zusammengemixt und fertig!

Traumhaft bei sommerheißen Temperaturen. :)

Eine Woche vegan.

Ein kleines Fazit.

 

Hallo!
Nun habe ich die erste vegane Woche hinter mir und denke, ein kleines Fazit der vergangenen Tage könne nicht schaden.

Das Wichtigste: Ich fühle mich gut!
Das für mich am Überraschendste: Es bereitet mir überhaupt keine Mühe!

Schon während der ersten Tage wurde mir klar, dass ich nicht das Gefühl habe, groß auf etwas zu verzichten, sondern dass ich einfach meine vorige Ernährungsweise gegen eine andere, sehr vielfältige eingetauscht hatte, die überdies noch erheblich besser mit meinem Gewissen zu vereinbaren ist.
Ich habe wirklich sehr, sehr viel gekocht und auch etwas gebacken die letzten Tage, und die meisten Sachen haben mir außerordentlich gut geschmeckt.
Der Verzicht auf einen erheblichen Teil der Fertigprodukte macht mir so gut wie gar keine Schwierigkeiten, und es sind auch bisher wirklich nur sehr, sehr wenig Sachen, die mir irgendwie, ganz entfernt, fehlen. Zum Beispiel liebe ich Frischkäse. Eine vegane Variante zu bekommen, ist aber leider Schwierig, da kein Geschäft in meiner Nähe welchen führt. Aber ich schätze, da muss ich einfach noch ein wenig rumprobieren, bis ich eine diy-Alternative finde :)

Was mich auch total freut: Mein Süßigkeitenkonsum hat wirklich rapide abgenommen!
Ich bin wirklich ein Schokoladenjunkie und habe vorher jeden Tag ziemlich viel Schokolade verzehrt. Jetzt, da meine ganzen Lieblingssorten wegfallen und ich nur noch die von mir nicht so sehr geliebe Zartbitterschokolade im normalen Supermarkt bekomme, bin ich bescheidener, sparsamer und maßvoller mit dieser Süßigkeit geworden – und es macht mir nicht aus! Einen richtigen, unbändigen Appetit auf Schokolade hatte ich schon nicht mehr, seit – ja; seit ich mich vegan ernähre. Klasse!

Die ganzen tollen Blogs und Kochbücher, die ich mir anschaue, regen einfach die Phantasie an! Und machen Lust, etwas auszuprobieren!
Etwas zu veganisieren ist gar nicht mal so schwer, aber es gibt auch so viele tolle Ideen! So habe ich am Dienstag beispielsweise Schwatzkatz‘ Karottennudeln in Erdnusssauce gemacht und bin total hin und weg!
Nicht, dass ich vorher nicht auch Rezepte im Internet rausgesucht hätte – aber jetzt habe ich einen ganz neuen Anreiz, und das ist großartig!
Auch ist es toll, mit jedem Rezept ein neues Argument zu sammeln, dass vegane Ernährung alles andere als einseitig ist.

Heute Abend steht dann mein zweiter Restaurantbesuch an (den ersten konnte ich nur mit Pommes überbrücken), und ich bin gespannt, was mich erwartet!

Köstlicher Schokonachtisch

Heute melde ich mich mal mit einem Rezept, über das ich tatsächlich in einer Werbeanzeige stolperte und das ich schon letztes Wochenende – quasi als mein erstes bewusst vegan zubereitetes Rezept – ausprobiert habe.

Nachzulesen ist es auf der Internetseite von Taifun, und zubereitet wird es mit Seidentofu.
Das Ergebnis war einfach großartig, und ich würde mich mal so weit aus dem Fenster lehnen, zu sagen, es ist relativ gelingsicher! Denn:
Ich habe es mit Rohrzucker (anstatt Puderzucker), Zartbitterkuvertüre statt Schokolade und nicht aufgeschlagener Sahne gemacht. Denn ich hatte kein Handrührgerät, sondern nur einen Pürierstab zur Hand, von dem ich eigentlich dachte, es würde auch funktionieren. Naja, trotz des großzügigen Gebrauchs von Sahnesteif wurde die (übrigens) Reissahne nicht steif, also habe ich sie einfach so mit der Schokolade verrührt.
Und siehe da: Als ich die Gläser mit dem Dessert nach zwei Stunden wieder aus dem Kühlschrank holte, war eine perfekte, fest-zarte Masse entstanden!

Der Geschmack ist umwerfend – herb und süß zugleich, und aus den 400 g Seidentofu lassen sich problemlos sechs sehr zufriedenstellend große Portionen herstellen.

Einfach köstlich!
Und als ich am nächsten Tag zum Grillen eingeladen war und diesen Nachtisch servierte, waren alle vegan unversierten Esser restlos begeistert :-)